Ottilie Schoenewald (geb. Mendel)
1883 - 1961
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Geboren am 21. Dezember 1883 in Bochum. Sie war Sozialarbeiterin und Mitglied im »Bund Deutscher Frauenvereine« und der »Frauenrechtschutzstelle« in Bochum. 1926 gründete sie den Bochumer Zweig des »Jüdischen Frauenbunds«. Während der Weimarer Zeit war sie Mitglied des Bochumer Stadtrats für die liberale »Deutsche Demokratische Partei«. 1934 wurde sie zur Vorsitzenden des »Jüdischen Frauenbunds« in Deutschland gewählt. Sie war außerdem Vorstandsmitglied des »Centralvereins« und des »Preussischen Landesverbands jüdischer Gemeinden«. Schoenewald emigrierte 1939 über Holland nach England und 1946 in die USA. Frauenrechtlerin. Sie starb am 18. Mai 1961 in New York.



Über Ottilie Schoenewald (geb. Mendel)

»Die Frauenrechtlerin Ottilie Schönewald entstammt einer vermögenden Familie Bochums. Sie erhält eine traditionelle Mädchenerziehung und heiratet früh einen Rechtsanwalt. In seiner Praxis erkennt sie die rechtliche Benachteiligung der Frau und beginnt, in der Bochumer Frauenrechtsschutzstelle des Bundes Deutscher Frauenvereine zu arbeiten. Als mit Gründung der Weimarer Republik Frauen das Wahlrecht erhalten, wird sie Stadtverordnete der Deutschen Demokratischen Partei. Seit 1926 Vorstandsmitglied im Westfälischen Landesverband des jüdischen Frauenbundes (,JFB), gehört sie seit 1929 dem JFB Hauptvorstand in Berlin an, wo sie den Ausschuß für Frauenrecht leitet. Als Vertreterin jüdischer Frauen wird sie auch in den Hauptvorstand des Zentralvereins und in den Preußischen Landesverbandjüdischer Gemeinden gewählt. Von 1934 bis zu seiner Auflösung 1938 ist sie die letzte Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes. Sie emigriert 1939 mit ihrem Mann und ihrer Tochter über Holland nach England und 1946 weiter nach New York, wo sie überall in der Sozialarbeit tätig bleibt.«

(Diethard Aschoff: Unveröffentlichte westfälisch-jüdische Erinnerungen, in: Westfälische Forschungen, Bd. 38 (1988), S. 257-265)