Benno Jacob
1862 - 1945
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Geboren 1862 in Breslau, 1888-1906 Göttingen, 1906-1929 Rabbiner in Dortmund, 1929-1939 Hamburg, gestorben am 24.1.1945 in London. Dr. phil., Rabbiner.

Benno Jacob war ein liberaler Rabbiner und bedeutender jüdischer Bibelkommentator in Dortmund und Göttingen.

Er war ferner Gründer der schlagenden und Farben tragenden Studentenverbindung Licaria, einer jüdischen Verbindung, die in Breslau von jüdischen Studenten gegründet wurde, um den Antisemitismus an den Universitäten mit der Mensur zu bekämpfen.

Von 1866 bis 1906 war er Rabbiner in Göttingen, anschließend von 1906 bis zur Pensionierung 1929 in Dortmund. Danach zog er nach Hamburg um. 1938 floh er vor den Nationalsozialisten nach London, wo er 1945 gestorben ist.

Der Enkel Jacobs ist der amerikanische Rabbiner Walter Jacob, Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes und des Päpstlichen Gregoriusordens.



Über Benno Jacob

»Jacob, Benno, Dr. phil. Rabbiner, geb. 1862 in Breslau, besuchte dortiges Jüd.-Theol. Seminar, Rabbiner in Göttingen, 1888-1906, in Dortmund von 1906 bis zur Pensionierung 1929. In Hamburg 1929--1939. Verstarb 1945 in London. Autor zahlreicher Aufsätze und Vorträge. Hauptwerk »Genesis« (Berlin, 1934).« (Kurzbiographie aus: Hans Chanoch Meyer (Hg.): Aus Geschichte und Leben der Juden in Westfalen. Eine Sammelschrift. Frankfurt/M. 1963)

 

Benno Jacob hat der Nachwelt ein umfangreiches exegetisches Œuvre hinterlassen, von dem heute vor allem seine Kommentare zu den beiden ersten Büchern der Tora, Genesis und Exodus, bekannt sind. Die Fertigstellung seiner Bibelkommentare fiel in die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft (1934, 1944). Sein Werk unterlag damit demselben Schicksal wie das der meisten deutsch-jüdischen (Bibel)-Wissenschaftler seiner Zeit: Sie wurden für eine Leserschaft geschrieben, die schon kurze Zeit später entweder umgebracht wurde oder sich ins Ausland (v.a. Israel; USA) retten konnte. 1997 bzw. 2000 wurden sie neu ediert und fordern zur Auseinandersetzung heraus.